Berlin (ots) –
Ob Sturm oder Hochwasser, Hauseinsturz oder Verkehrsunfall: seit 75 Jahren helfen die Neuköllner Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks bei Unglücksfällen. Über 500 Gäste besuchten den Ortsverband am Tag der offenen Tür und konnten sich über das ehrenamtliche Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz informieren.
Besonders die Mitmachaktionen lockten viele Interessierte an. Weitwurf mit dem Rettungsring, Mini-Sandsackbau oder ein Blick durch die Suchkamera der Ortungsgruppe begeisterten Kinder und Erwachsene. „Das war heute DAS Event in Berlin für unsere Familie“, äußerte sich eine begeisterte Mutter. „Es gab so viele tolle Ideen, bei denen auch die Kleinen mitmachen konnten. Mein Sohn will jetzt zum THW.“
Unter den über 500 Gästen waren auch Derya Çaglar, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel, der das THW Neukölln als unverzichtbar für den Bezirk bezeichnete.
Gegründet wurde der damalige Bezirksverband Kreuzberg-Neukölln am 30. September 1951, so steht es in den Akten. Die Anfänge waren einfach. Werkzeug wurden von zu Hause mitgebracht und die Ausbildung fand auf einem Dachboden in der Kreuzberger Urbanstraße statt. Vom Grundgedanken einer Bevölkerungsschutzorganisation entwickelte sich das THW Neukölln über 75 Jahre zu einer modernen Einsatzorganisation bei Katastrophen, Unglücksfällen und für den Zivilschutz.
Im Jahr 2025 leisteten die Neuköllner Helferinnen und Helfer etwa 21.000 Dienststunden. Das älteste Mitglied ist seit 70 Jahren dabei, und erinnert sich an viele der Einsätze, die im Laufe der Jahre geleistet wurden, hier nur ein Auszug: Waldbrandstreifen im Grunewald, Einstürze bei der Kongresshalle, in der Soldiner Straße, der Lepsiusstraße, in Neuruppin und Görlitz, Beseitigung von Sturmschäden in Berlin (z.B. Sturm Ziros im Sommer 2025), Unterstützung beim Mauerabriss, Amtshilfe in der Corona-Zeit beim Verteilen von Lebensmitteln und Schutzausrüstung, beim Errichten von Abstrichstellen und Impfzentren, Elbeflut und Oderhochwasser sowie Hilfe im Ahrtal, Stromausfälle in Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf.
Seit mehr als 50 Jahren meistern die Helferinnen und Helfer immer zu Weihnachtszeit einen ganz besonderen Einsatz: sie liefern Strom und Petroleumlampen für den AltRixdorfer Weihnachtsmarkt. Die rund 120 Neuköllner Helferinnen und Helfer verteilen sich auf die Bergungsgruppe, die Fachgruppen Ortung, Infrastruktur, Wassergefahren und Notversorgung und Notinstandsetzung und auf die Ortsverbandsführung. Jeden Donnerstagabend trainieren die Einsatzkräfte in ihren Gruppen für den Ernstfall.
Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 88.000 Freiwilligen bildet die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinen Fachleuten, seiner Technik und seinen Erfahrungen ist das THW im Auftrag der Bundesregierung weltweit gefragt, wenn Notlagen dies erfordern. Neben bilateralen Hilfen gehören dazu auch technische und logistische Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.
Text: Anja Villwock, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, THW Berlin Neukölln Fotos und weitere Hinweise: Foto 1: Kinder und Erwachsene probieren die Technik der Fachgruppe Ortung aus. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer Foto 2: Bezirksbürgermeister Martin Hikel und sein Sohn beim Rettungsring-Weitwurf. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer Foto 3: Bezirksbürgermeister Martin Hikel überreicht einen Scheck für den Neuköllner Helferverein des THW. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer Foto 4: Derya Çağlar, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (3. v.r.) Janine Wolter, Neuköllner Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport (2. v.l.) Cordula Klein, Bezirksverordnete in der BVV Neukölln, (li.) Jana Praetorius, Regionalstellenleiterin THW Berlin (2. v.r.) Berndt Janus, stellvertretender Ortsbeauftragter THW Neukölln (re.) Anja Villwock (Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit THW Neuklln (3. v.l.) Foto 5: Die Ehrenamtlichen aus der Bergungsgruppe freuen sich über das Interesse an ihrem neuen Gerätewagen. Quelle: THW/ Joachim Schwemmer
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